Wiki zur Mikrotypografie

Das Wiki hat es sich zur Aufgabe gesetzt, die gängigsten Anforderungen für eine korrekte und ästhetische Mikrotypografie zusammenzustellen. Die Idee und viele Beiträge zu dieser Wissenssammlung entstanden in einem Projekt von Auszubildenden der Laudert Gmbh + Co KG unter der Leitung von Claudia Mönnig. Dieses wurden im Projekt »Mediencommunity 2.0« neu strukturiert und überarbeitet.

Grundlage dieses Wikis sind in erster Linie die Angaben zu »Textverarbeitung und E-Mails« aus dem Duden (25. Auflage) und typografisch-ästhetische und branchenübliche Erweiterungen wie das Buch Detailtypografie von Forssmann/de Jong.

DIN 5008 oder: Was gilt denn nun?
Immer wieder wird die DIN 5008 bei der Debatte über korrekte MIkrotypografie ins Feld geführt. Grundsätzlich sollte man jedoch beachten, dass die DIN 5008 für die Textverarbeitung in Verwaltung und in der Bürokommunikation entwickelt wurde und nicht für die Verwendung im Bereich typografischer Satz und Grafikdesign. Dies zeigt auch schon die Zusammensetzung des Normausschusses zur DIN 5008. Auf der Website des Deutschen Instituts für Normung (DIN) heißt es dazu: »Im NIA-03-01 (Normausschuss) arbeiten derzeit ca. 15 deutsche Experten aus der Versicherungswirtschaft, der Deutschen Post AG und zahlreichen Ausbildungsinstitutionen für Bürokaufleute bzw. Bürokommunikation mit.«

Das hat natürlich Auswirkungen auf die Inhalte. Da in Office-Programme z.B. nur umständlich Achtelgeviert-Zwischenräume genutzt werden können, werden nach der DIN 5008 statt dessen eben ganze Wortzwischenräume empfohlen.

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1. Grundbegriffe

Die Typografie ist voll mit Fachbegriffen (»Setzerlatein«), die bei der Erläuterung der Mikrotypografie immer wieder auftauchen. Vorab möchten wir einige davon hier erläutern:

 

Geviert
Geviert ist eine relative und keine feststehende Größe. Das Geviert ist ein quadratischer Raum, dessen Seitenlänge der Schriftgröße entspricht, so ist zum Beispiel ein Geviert in 12 pt Schriftgröße auch 12 pt breit. Ausgehend davon gibt es dann auch Halb-, Viertel- und Achtelgeviert. Abweichend von der traditionellen Definition eines Geviertes gibt es das so genannte DTP-Geviert, welches der Breite von zwei Nullen entspricht.

Kerning
Kerning ist der englische Begriff für Unterschneidung und beschreibt den Ausgleich zwischen individuellen Buchstabenpaaren dort, wo der allgemeine Buchstabenabstand kein harmonisches Verhältnis erzeugt.

»kleinerer Zwischenraum«
Diese Formulierung stammt aus den Angaben zur Textverarbeitung aus dem Duden. Die Duden-Redaktion legt sich nicht genauer fest. In der Praxis wird dies üblicherweise als ein Zwischenraum interpretiert, der ein Achtelgeviert beträgt.

Punzen
Mit Punzen beschreibt man die Buchstabeninnenräume. Man unterscheidet geschlossene Punzen wie bei »a« oder »o« und offene Punen wie bei »n« oder »v«.

Spacing
Englischer Begriff für eine Laufweitenerhöhung (und in Zeiten des DTP auch Laufweitenverringerung) bzw. Spationierung

 

 

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2. Zeichen

Bei den Zeichen kann man zwischen Satzzeichen und Sonderzeichen, die nochmals zu unterscheiden sind, differenzieren.

Satzzeichen oder Interpunktionszeichen dienen der Strukturierung eines Satzes, wie Punkt, Komma, Semikolon, Doppelpunkt oder erleichtern die Erfassung des Satzinhaltes z.B. durch die Setzung eines Frage- oder Ausrufezeichens.

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2.1 Satzzeichen

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2.1.1 Punkte

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Abkürzungen

Abkürzungen, bei denen die einzelnen Buchstaben gesprochen werden (wie LKW => »el-ka-we«), werden nicht mit einem Punkt beendet. Abkürzungen, bei denen das ursprüngliche Wort vollständig gesprochen wird (wie etc. z.B., usw.) werden mit einem beendet bzw. getrennt.

Zwischen Punkt und dem folgenden Buchstaben wird kein Wortzwischenraum als Trennung verwendet, sondern ein Achtelgeviert. Denn durch den Leerraum über dem Punkt auf der Schriftlinie würde sonst der Abstand mit einem ganzen Wortabstand mitten im Satz optisch zu groß wirken.

Manuelle Korrekturen sind zudem nötig, damit die Abstände zwischen Punkt und Buchstabe optisch gleich wirken.

Abkürzungen und MIkrotypografie

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Auslassungspunkte

Als Auslassungszeichen setzt man drei Punkte. In jeder guten Satzschrift sollte dies als eigenständiges Zeichen – auch Ellipse genannt – vorhanden sein. Was die jeweils bessere Lösung ist hängt von der jeweilgen Schrift und vom Kerning des Punktes bzw. der Zurichtung Ellipse ab. Sie sollten nicht so eng stehen, dass sie sich in kleinen Schriftgrößen optisch zusammenlaufen und nicht so weit, dass sie wirken, als würden sie auseinander fallen..

Werden ein Wort oder gar mehrere vollständige Wörter ausgelassen, dann folgt vor und nach den Auslassungspunkten ein Wortabstand. Werden nur Teile eines Wortes ausgelassen, so werden die Auslassungspunkte wie Buchstaben behandelt und ohne Abstand zu den vorhergehenden Buchstaben gesetzt.

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Punkt am Satzende

Der Punkt ist wie das Ausrufe- und Fragezeichen ein Schlusszeichen und kennzeichnet das Ende von Sätzen. Der Punkt steht ohne Abstand nach dem letzten Zeichen des Satzes, und ihm folgt ein Wortabstand.

Je nachdem, wie gut oder schlecht das Kerning der Schrift ist sollte man hier manuell eingreifen. 

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2.1.2 Halbgeviertstrich

Der Halbgeviertstrich besitzt wie der Name bereits eindeutig anzeigt, die Breite eines halben Geviert, also die Hälfte der Schriftgröße. Es gibt verschiedene Anwendungen dieses Strichs, woraus sich auch verschiedene Begriffe wie Gedankenstrich, Auslassungsstrich oder Streckenstrich ergeben.

 

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Auslassungsstrich

Der Halbgeviertstrich dient u.a. als Auslassungszeichen für die Angabe 00 Cent (oder anderer Währungen). In Tabellen kann dafür auch ein Geviertstrich verwendet werden, sofern Tabellenziffern vorhanden sind, die jeweils ein Halbgeviert breit sind.

Die Zahlen links sind Mediävalziffern für Tabellen aus der Skolar, rechts die Versalziffern (standardmäßig ebenfalls für Tabellen). Jeweils mit dem dem Halbgeviertstrich als Auslassungzeichen (Zeile 1) und mit Gevierstrich als Auslassungszeichen für die Verwendung in Tabellen oder anderen Listen, bei denen die Einheiten untereinander stehen müssen.

 

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Falsch verwendete Zeichen

Fälschlicherweise wird aber häufig statt des korrekten Halbgevierstrichs das kürzere Divis (Bindestrich) oder ein doppelt gesetzter Divis verwendet.

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Gedankenstrich

Der Halbgeviertstrich wird auch als Gedankenstrich bezeichnet. Dies geht auf seine Verwendung zurück, gedankliche Einschübe in Texten hervorzuheben. Jeweils vor und nach dem Gedankenstrich wird ein Wortabstand gesetzt.

BEISPIEL

Ich glaube – vielmehr ich weiß –, dass der Duden ein praktisches Nachschlagewerk ist.

 

 
 

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»bis«

Der Streckenstrich bzw. Bis-Strich wird ohne Wortabstand davor und dahinter gesetzt.

Da das Kerning von Schriften nicht immer ideal ist, sollte man je nach Verwendung die Abstände vom Halbgeviertstrich zu den vorherigen und nachfolgenden Zeichen manuell bearbeiten und das Kerning so anpassen, dass optisch gleiche Abstände entstehen.

 

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»gegen«

Der Halbgeviertstrich kann auch verwendet werden, um das Wort »gegen« zu ersetzen, zum Beispiel bei sportlichen Veranstaltungen.

Hierbei wird im Gegensatz zur Ersetzung des Wortes »bis« jeweils vor und nach dem Halbgeviertstrich ein Wortabstand gesetzt.

BEISPIEL

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2.1.3 Divis (Bindestrich, Trennstrich)

Der Divis ist der kürzeste typografische Strich und seine weiteren Bezeichnungen ergeben sich aus der unterschiedlichen Verwendung. Im Englischen wird der Bergiff Hyphen verwendet. Seine Länge entspricht etwa einem Viertelgeviert bzw. ein wenig kleiner,

• Entweder als Trennstrich zur Kennzeichnung von Silbentrennungen am Zeilenende. Daher wird er auch als Divis (vom lateinischen Wort dividere = teilen) bezeichnet.

• Oder als verbindender Strich – Bindestrich – von Doppelnamen (Karl-Heinz) oder Straßennamen (Albert-Einstein-Allee).

 

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Trennstrich

Einsatz: bei Worttrennung – zum Beispiel am Zeilenende; zudem dient er als Ergänzungsstrich und wird für Kopplungen verwendet; ist kürzer als der Gedankenstrich und wird ohne Abstand gesetzt.

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2.1.4 An- und Abführungszeichen

An- und Abführungszeichen dienen der Markierung von direkter Rede, Zitaten oder der Hervorhebung von einzelnen oder mehreren Wörtern. In Deutschland und Österreich werden hierfür die An- und Abführungszeichen „ “ oder die Guillemets » « verwendet. Als korrekte Form der An- und Abführungen kann man sich auch folgende Eselbrücke merken: 99 unten – 66 oben.

Andere Länder bzw. Schriftsprachen verwenden eine andere Positionierung und/oder andere Zeichen.

Auch einfache An- und Abfürhungen sind möglich, wenn z.B. innerhalb eines Zitates ein weiteres Zitat zu kennzeichnen ist.

BEISPIEL

Falsch verwendete Zeichen

Fälschlicherweise werden immer wieder statt der An- und Abführungen Akzente oder Zollzeichen bzw. statt der Guillemets werden Größer-gleich- bzw. Kleiner-gleich-Zeichen verwendet.

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In HTML

In HTML-Dokumenten werden nur die „umgekehrten französischen“ Anführungszeichen angewandt, da andere Zeichen sich nicht in einem international genormten Bereich des Zeichensatzes befinden und nicht klar ist, was im weltweit vernetzten Internet auf dem Bildschirm des Einzelnen erscheint.

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Voreinstellung in InDesign

Die Zeichen werden per Tastenkombination Shift + 2 eingegeben. Ihr Erscheinungsbild kann pauschal voreingestellt werden unter:

InDesign -> Voreinstellungen -> Wörterbuch

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2.1.5 Apostroph

Der Apostroph kennzeichntet die Auslassung einzelner Buchstaben. Er ähnelt der Form des Kommas, der jeweils verwendeten Schrift.

Die Kenntnis der deutschen Orthografie hilft auch bei der korrekten Verwendung des Apostroph. Er dient nicht zur Kennzeichnung eines Genitiv-s, wie es im Englischen vorkommt.

Trotzdem gibt es bei bestimmten Wörtern und ihrem Genitiv die Verwendung des Apostroph, und zwar bei Namen und Wörtern, die auf »s« oder »x« enden. So heißt es »Hans’ Auto« und »Max’ Buch«, da das Gentiv-s hier wegfällt und dieser Wegfall durch den Apostroph gekennzeichnet wird.

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Falsch verwendete Zeichen

Fälschlicherweise werden anstatt des Apostroph der Akzent Akut oder das Minutenzeichen verwendet. Oder es wird stat dessen das einfache Abführungszeichen für deutschsprachige Texte verwendet.

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Kein Freibrief für Dialekte

Dialekte entsprechen in sich nicht der korrekten Schreibweise, so eingeschlossen auch die hier gesetzten Apostrophen.

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Kein Indikator für den Genitiv

Der Apostroph ist, trotz des Einflusses der englischen typografischen Geflogenheiten, kein Indikator für den Genitiv.

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Wann er gesetzt wird und wann nicht

Von vielen Stellen, wo er einst bestanden haben mag, hat er sich längst zurückgezogen.

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Wie er aussieht

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2.1.6 Klammern

Klammern gehören zu den Interpunktionszeichen. Man unterscheidet dabei mehrere Formen, wie runde Klammern (…) oder auch Paranthesen genannt, Akkoladen {…} und eckige Klammern […]

Der Text, der in Klammern gesetzt wird, hat keine Wortabstände zu den Klammern. Vor und nach den Klammern – also außerhalb der Klammern – wird jeweils ein Wortabstand verwendet.

Aus ästhetischen Gründen muss der Abstand zwischen den Klammern und dem folgenden bzw. dem vorherigen Buchstaben manuell bearbeitet werden, damit sich diese nicht berühren

Schlusszeichen (Punkt, Ausrufe- oder Fragezeichen), die zu dem in Klammern gesetzten Satz gehören, werden auch innerhalb der Klammer gesetzt. Nach der schließenden Klammer werden die Satzzeichen gesetzt, die dort auch ohne den Einschub in Klammern stehen müssten.

 

 

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2.1.7 Längsstrich

In Wörterbüchern und Lexika wird durch den Längsstrich der Ort möglicher Trennungen angezeigt. Immer häufiger wird er auch als Aufzählungszeichen oder als Trennzeichen bei Adressen eingesetzt.

 

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3. Ziffern und Zahlengliederung

Größere Zahlenreihen gliedert man nicht nur aus rein ästhetischen Gründen, sondern auch um ein einfacheres und fehlerfreies Erfassen durch den Leser zu ermöglichen. Sind Zahlenreihen in Gruppen à zwei oder drei Ziffern untergliedert, so erleichtert dies das Lesen, da sich der Betrachter von Ziffernpaket zu Ziffernpaket durcharbeiten kann. Das versehentliche Verrutschen innerhalb der Reihung wird damit vermindert.

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Bankkontonummern und Bankleitzahlen

Konto- und Bankleitzahlen werden ebenfalls zur besseren Erfassbarkeit gegliedert. Aus typografischer Sicht verwendet man zur Gleiderung jeweils ein Achtelgeviert, die DIN 5008 hingegen gibt einen Wortzwischenraum vor.

Kontonnummern werden in Dreiergruppen von hinten gegliedert. Und z.B. bei siebenstelligen Kontonummern steht dann die erste Zahl allein. (5 686 576)

Bankleitzahlen sind immer achtstellig und werden in zwei Dreiergruppen und eine Zweiergruppe von links gegliedert. (3-3-2)

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DIN und ISO-Nummern

DIN- und ISO-Nummern werden ab fünf Stellen in Dreiergruppen von hinten mit je einem Achtelgeviert gegliedert.

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Datum und Uhrzeit

Bei Datumsangaben wird zwischen dem Punkt und der folgenden Ziffer zur Trennung ein Achtelgeviert verwendet. Jahreszahlen werden nicht gegliedert. Ein Wortabstand reißt in Verbindung mit dem optischen Leerraum über dem Punkt ein zu großes Loch. Der Duden schlägt aber auch vor, dass vor der Jahresangabe ein Wortabstand gesetzt wird. 

Lediglich bei alphanummerischer Schreibweise wird ein Wortabstand gesetzt.

Auch hier gibt die DIN 5008 anstelle des Achtelgevierts einen Wortabstand vor.

Angaben von Uhrzeiten werden nicht gegliedert. Zur Unterteilung von Stunden und Minuten wird ein Punkt gesetzt.

Die DIN 5008 gibt hierzu jedoch einen Doppelpunkt vor.

 

 

 

 

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Physikalische Einheiten

Wert und Einheit werden mit einem Achtelgeviert von einander getrennt. Bei Zeilenumbrüchen sollen Wert und Einheit nicht getrennt werden.

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Postleitzahlen

Postleitzahlen werden nicht gegliedert.

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Telefon- und Telefaxnummern

Um Fehler beim Ablesen von Telefon- bzw. Faxnummern zu verringern, sollten diese gegliedert werden. Man beginnt von rechts in Zweigruppen und trennt sie jeweils mit einem Achtelgeviert. Je nach Kerning und Form der Ziffern sollte zusätzlich noch manuell eingegriffen werden. Durchwahlnummern werden mit einem Divis abgetrennt.

Auch andere Satzzeichen wie »/«, ».« oder »|« können zur Trennung von Vorwahl und Rufnummer verwendet werden.

Die DIN 5008 gibt nur noch eine Gliederung mit einem Wortzwischenraum zwischen Vorwahl und Rufnummer.

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fünf- und mehrstellige Zahlen

Zahlen mit fünf und mehr Stellen, sollten zwecks einer besseren Übersichtlichkeit mit einem Achtelgeviert gegliedert werden. Sinnvoll ist hier eine Gliederung in Tausenderschritten, also alle drei Stellen.

Um sicher zu gehen – zum Beispiel bei Geldbeträgen – kann man die Gliederung auch mit einem Punkt verstärken.

 

 

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4. Umbruch- und Trennregeln

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Hurenkinder

Wenn die letzte Zeile einer Seite oder Spalte auf der folgenden Seite bzw. Spalte steht, so nennt man dies Hurenkind. Solche Konstellationen sollten man dringend vermeiden, da sie sich störend auf den Lesefluss auswirken. Zunächst wird der Lesefluss beim Seiten- bzw. Spaltenwechsel unterbrochen, um dann aber kurz drauf durch einen erneuten Sprung in den neuen Absatz gestört zu werden.

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Schusterjungen

Steht die erste Zeile eines Absatzes alleine am Ende einer Spalte, wird diese als Schusterjunge bezeichnet.

 

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Trennregeln

Wörter die getrennt werden, sollten aus mindestens fünf Buchstaben bestehen, die Trennungen richten sich nach den Silben. Eigennamen, Zahlen, Abkürzungen, Werte und ihre Einheiten werden generell nicht getrennt. 

Es sollten nicht mehr als drei Trennungen hintereinander folgen, da Trennungen immer eine Störung im Lesefluss hervorrufen.

Wichtige Voraussetzung dabei ist, dass a) die Silbentrennung eingeschaltet ist und b) die richtige Spracheinstellung gewählt wurde.

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Trennung von Namen

Namen sollten wenn möglich nie getrennt werden. Zwischen Vor- und Nachname kann man natürlich trennen, sofern dieser ausgeschrieben wird und nicht mit z.B. »G.« abgekürzt wird.

So genannte Namenspräfixe wie »von und zu« gehören zum Nachnamen und sollten diesem immer voranstehen.

Namenszusätze wie akademische Titel sollten nicht vom Namen getrennt werden.

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5. Auszeichnungsregeln

Generell sollte man daran denken, dass Satzzeichen wie Komma, Punkt etc. ebenso ausgezeichnet werden wie das zuvor stehende Wort.

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6. Sonstiges

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Der richtige Einsatz des »ß«

Das »ß« ist ein reiner Kleinbuchstabe, auch wenn es seit einigen Jahren verstärke Bestrebungen unter Typografen gibt, das Versal-ß einzuführen.

Im Schriftsatz muss das »ß« im Versalsatz durch ein »SS« ersetzt werden.

 

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Echte und falsche Kapitälchen

Kapitälchen haben die Form von Großbuchstaben, jedoch nur die Größe der x-Höhe. Kapitälchen eignen sich gut als integrierte Auszeichnungsart und werden, z.B. häufig bei Namenshervorhebungen verwendet. Die Lesbarkeit von Kapitälchen ist in etwa so schlecht wie die von Versalien, sie sollten wenn möglich nur für kurze Passagen verwendet werden.

Wichtig ist es, dass nur (!) echte Kapitälchen mit gleichem Grauwert verwendet werden. Das bedeutet, die Zeichen müssen entweder als Glyphen oder als eigener Schriftschnitt vorliegen und dürfen nicht von der Layoutsoftware mathematisch heruntergerrechnet werden. Dabei werden die Großbuchstaben – je nach Angabe in den Voreinstellungen der Software – lediglich verkleinert, und die Strichstärke ist damit dünner als die der versalen Anfangsbuchstaben. Zudem ist in gut zugerichteten Schriften – wie hier am Beispiel der Skolar – die Laufweite für die Kapitälchen schon erhöht.

 

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Versal- oder Mediävalziffern?

Es gibt zwei unterschiedliche Ziffernformen, die in einem Text benutzt werden können.

Mediävalziffern weisen unterschiedliche Positionierungen auf, die sich an den Ober- und Unterlängen von Buchstaben orientieren. Mediävalziffern fügen sich nahtlos in einen Text ein und sorgen für einen gleichbleibenden Grauwert. Aus dem Englischen gibt es auch die Bezeichnung Old Style Figures (OsF).

Versalziffern weisen alle die gleiche Höhe und Breite (häufig ein Halbgeviert) auf und haben etwa die Größe von Versalien. Mitten im Text treten sie als höher und dunkler hervor, daher ist es hilfreich, ihre Größe ein wenig zu reduzieren und sie ein wenig zu sperren. In Tabellen hingegen können sie ohne Einschränkungen benutzt werden, da sie aufgrund ihrer festen Breite vertikale Spalten halten können. Im Gegensatz zu den Old Style Figures werden Versalziffern im Englischen auch als Lining Figures bezeichnet.

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Versalsatz

Stellen Sie sich nun einen solchen in Versalien gesetzten Text vor. Der einzige Unterschied wäre die Länge der Wörter, die jeweiligen Umrisse würden sich nicht unterscheiden. Das Auge sieht nichts als Blöcke von Buchstaben einer gewissen Länge, die wiederum homogene Zeilen bilden. Ober- und Unterlängen erhöhen die Lesbarkeit von Wörtern und Texten. Versalien nutzen eine Strecke von der Schriftlinie bis zur Oberlänge und mindern somit die Lesbarkeit.

Versalsatz stellt bei einzelnen kurzen Wörtern (etwa »NEU« auf Verpackungen o.ä.) kein Problem dar, bei längeren Texten sollte er vermieden werden. Der Text wird zwar nicht unlesbar – das Auge ermüdet jedoch viel eher als bei einem Text mit Ober- und Unterlängen.

Wird trotzdem Versalsatz genutzt, so kann man mit einigen kleinen Eingriffen die Lesbarkeit verbessern. Zunächst macht es Sinn die Laufweite leicht zu erhöhen, so dass die einzelnen Buchstaben deutlicher und getrennt von den benachbarten Buchstaben wahrgenommen werden können.

Wird Versalsatz zum Beispiel beim Eigennamen und Firmenbezeichnungen oder Abkürzungen im Fließtext verwendet, so stechen diese Wörter meist sehr stark heraus, wirken dunkler. Um dem entgegen zu wirken kann man zusätzlich zur Laufweitererweiterung auch die Schriftgröße minimal (ca. 0,25 pt) verringern. Oder die elegantere Lösung, man verwendet gleich Kapitälchen.

 

 

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Zeilenabstand

Der Zeilenabstand ist der Abstand von Schriftlinie zu Schriftlinie zweier Zeilen. Durchschuss und Zeilenabstand sind nicht das gleiche. Heutzutage wird fast nur noch der Begriff Zeilenabstand (ZAB) verwendet.

Durchschuss ist, im Gegensatz zum Zeilenabstand, der Abstand zwischen der Unterlänge und der Oberlänge zweier Zeilen. Der Zusammenhang von Zeilenabstand und Durchschuss ergibt sich daraus, dass man auf der Basis der Schriftgröße und des Zeilenabstand es des Durchschuss ermitteln kann. (Zeilenabstand - Schriftgröße = Durchschuss)

Bei der Wahl des passenden Zeilenabstandes muss man mehrere Faktoren (Schriftgröße, Zeilenlänge, Schriftproportionen, Buchstabenformen) berücksichtigen.

So sind Textzeilen mit 60 bis 80 Zeichen für das Auge am angenehmsten zu lesen. Allgemein kann man festhalten, dass Schriften mit einer Betonung der Horizontalen weniger Zeilenabstand als Schriften, die die Vertikale hervorheben, benötigen. Renaissance- und Barock-Antiquas und darauf aufbauende Serifenlose akzentuieren meistens horizontale Linien, während Klassizistische Antiquas und die sich daraus entwickelten Sans-Serifs eher vertikale Linien betonen.

Schriften mit einer großen x-Höhe benötigen ebenfalls mehr Zeilenabstand als Schriften mit ausgeprägten Ober- und Unterlängen. In jedem Fall jedoch sollte der optische Zeilenabstand immer größer als der Wortzwischenraum sein, auch sollten sich Ober- und Unterlängen nicht berühren.

Die Zeilenlänge spielt beim Zeilenabstand auch eine Rolle. Wie erwähnt sollten 60 bis 80 Zeichen pro Zeile optimal sein, es gibt jedoch Situationen, in denen das Ideal aus verschiedenen Gründen nicht erreicht werden kann. Kürzere Zeilen brauchen weniger Durchschuss, da das Auge einen kleineren Sprung zur nächsten Zeile macht. (Der Sprung des Auges in die nächste Zeile wird Regression genannt.)  Ist der Zeilenabstand zu groß, fallen die einzelnen Zeilen auseinander. Umgekehrt ist bei längeren Zeilen ein größerer Abstand vonnöten.

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