Feedsammlungen

Unpassendes Werbemotiv und die Kundenkommunikation dazu

Mediengestalter-Blog - 26. November 2012 - 22:31
Quelle: Screenshot von www.babywalz.de
am 23.11.2012 um 16:59 Uhr

Am Donnerstag bekam ich einen Newsletter von „baby walz“, einem renommierten Anbieter für Baby-Sachen aller Art und nach einem kurzen Dialog auf Twitter mit einer andere Schwangeren hatte das dringende Bedürfnis, denen folgendes zu schreiben:

„Ich habe gerade Ihren Newsletter „★ 10% Sternenrabatt für Ihr Sternchen! ★“ mit dem Text „Sterne fallen nicht vom Himmel, sie werden geboren. Für die besonderen Momente mit Ihrem kleinen Schatz (…)“ erhalten.

Erst fand ich den Text nur kitschig, dann bin ich aber noch einmal über die Betreffzeile gestolpert. Der Ausdruck „Sternenkind“ sollte jemandem aus Ihrer Branche eigentlich ein Begriff sein, falls nicht, finden Sie unten die Definition bei Wikipedia. Auch wenn Ihre Formulierung abweichend ist, ist die Assoziation sehr schnell da.

Ich bin selbst nicht betroffen, finde diese Werbung allerdings höchst unpassend und unsensibel denjenigen gegenüber, die dieses Leid erfahren mussten.

Vielleicht wäre es ratsam, diese Werbung noch einmal zu überdenken.

http://de.wikipedia.org/wiki/Sternenkind

Als ich mir das Bild dann noch einmal ansah, fiel mir auf, dass das Baby auf dem Foto zu allem Überfluss auch noch die Augen geschlossen hat und vermutlich schläft. Es könnte aber auch genauso gut tot sein. :( Und ich dachte daran, wie furchtbar ich mich als Betroffene verhöhnt fühlen würde, dass ich mein Kind dann immerhin in einem Strampler bestatten könnte, der 10% günstiger ist als sonst.

Ich überlegte, an wen ich das am besten adressiere und entschied mich für die Pinnwand der facebook-Fanpage, weil ich den Eindruck hatte, dass dort tatsächlich viel Kundenkommunikation stattfindet und weil es mich interessierte, ob vielleicht auch andere Newsletter-Empfänger so dachten.

Tatsächlich fand ich noch zwei weitere Einträge zu dem Thema und mein Beitrag wurde ebenfalls kommentiert. Nur zehn Minuten später hat baby walz tatsächlich geantwortet und es entwickelte sich folgender Dialog:

babywalz: Liebe Maren, danke für deinen Hinweis. Wir geben das sofort an den Newsletter-Service weiter. An dieser Stelle: Gemeint waren kleine Augensterne. Aber du hast recht, hier muss Sensibilität an erster Stelle stehen. Wir fühlen mit allen Eltern, die solches Leid erfahren mussten. Fast jeder von uns kennt jemanden, der betroffen ist. Euer baby-walz facebook-Team.

Ani Ka: Das war auch mein erster Gedanke. ungünstig gewählt!

babywalz: Hallo nochmal Marion und Ani Ka. Danke für eure Hinweise. Das war so natürlich auf keinen Fall beabsichtigt. Gut, dass es facebook gibt, wo unsere Kunden sich direkt mit uns austauschen können. So erfährt man im Unternehmen wirklich, was wichtig ist. Liebe Grüße!

Cindy: Danke, Maren , dass Du den Hinweis gegeben hast. Ich hab den Newsletter auch bekommen und mußte erstmal schlucken. Und dann kullerten die Tränen. Ich bin eine betroffene Mama mit 2 Sternchen (einem großen & kleinen Sternchen)

Ich konnte die Begründung mit den „Augensternen“ in diesem Zusammenhang nicht nachvollziehen, fand die Reaktion aber angemessen. Und bei Cindys Kommentar habe ich mir ein Tränchen aus dem Augenwinkel wischen müssen.

Die schnelle Reaktion seitens des facebook-Teams weiß ich zu schätzen und ich finde es gut (auch, wenn das eigentlich selbstverständlich sein sollte), dass mein Pinnwandeintrag nicht gelöscht wurde. Doch auch wenn der Aktionszeitraum nur ein kurzer war, hätte ich mir gewünscht, dass der Aktionsbanner vorzeitig vom Internetauftritt genommen wäre.

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